10 wines and 10 dishes

10 Weine und 10 Speisen
100 Variationen mit spanischen Weinen

Industriegebiet an der Messe in Köln. In einer Sackgasse ein Backsteinbau, in dem sich ein Hotel mit angegliederter Eventlocation verbirgt. Großzügiger Raum. Lichtdurchflutet mit ausgiebiger Showküche. Einem Sofabereich und einem tollen mit Birkenstämmen gestalteten Wintergarten.
Hierher hatte die ICEX, die spanische Wirtschafts- und Handelsabteilung, zusammen mit dem Verband Wein aus Spanien geladen. Unterstützt und vor Ort ausgerichtet durch die ff.k Public Relation GmbH, einer Presse- und Marketingagentur im Bereich Food and Beverage mit Schwerpunkt Wein.

Das Thema war Foodpairing. Unter dem Motto 10 wines and 10 dishes reist diese Veranstaltung jedes Jahr im Herbst in eine andere Stadt. In diesem Jahr also nach Köln.

10 Weine und 10 Speisen! Wie könnte ich solch einer Einladung nicht folgen!

Moderiert und ausgesucht wurde das interaktive Event von Sommelière und Spanien Expertin Yvonne Heistermann im Zusammenspiel mit Rolling Taste Küchenchef Moritz Crone-Rawe. Und auch der Leiter des Düsseldorfer Handelsbüros Pablo Calvo ließ es sich nicht nehmen, den Nachmittag persönlich zu begleiten.
Yvonne Heistermann, die mich schon als Lehrerin in meiner Zeit auf der Sommelier Schule in Berlin mit ihrem umfassenden Wissen, aber auch mit einer sehr ruhigen klaren Art beeindruckt hat, besitzt die Fähigkeit, Menschen ganz leise zu leiten, in Diskussionen einen kühlen Kopf zu bewahren. Gleichzeitig ist die Begeisterung dessen, worüber sie spricht, ihr anzumerken und ansteckend.

 

 

 

 

 

 

Geladen waren Sommelièrs, Weinhändler, Gastronomen, auch einige Großhändler mischten sich unter das Publikum. Der Sinn dieser exklusiven Veranstaltung war, die Bandbreite von Spaniens Weinen zu zeigen und diese dann in Kombination mit ausgesuchten Speisen zu verbinden.
Überraschungen vorprogrammiert.

An einem langen Verkostungstisch umsorgt von zwei sehr liebenswürdigen Servicemitarbeitern probierten wir zunächst die Weine. Diese gliederten sich über einen Einstiegs Rosé zu drei Weißen, dann fünf roten Weinen, einem Sherry Oloroso und abschließend vier Cavas. Diese leiteten auch als eine Art Apero in den Abschnitt der Speisenbegleitung.

 

 

 

 

 

 

Die Weinverkostung wurde gestaltet durch Yvonne Heistermanns umfassende Hintergrundinformationen über die Weingüter und die Gegenden. Zwischenfragen nahm sie gerne auf und konterte auch in der einen oder anderen Diskussion gelassen.

Beim Speisenteil hatte Moritz Crone-Rawe viel Fachliches beizutragen.
Es war schön, einen Küchenchef zu erleben, der sich durchaus mit dem Pairing des Weines zu den Speisen beschäftigt hat und in regem Austausch mit Yvonne Heistermann und den Veranstaltern stand. Wir lernten einige Hintergründe über die Entstehung der Gerichte und deren Facettenreichtum. Dieser machte es manchmal schwer, die Weine eindeutig zuzuordnen, denn zu viele Komponenten in einem Gericht machen es den Weinen zuweilen schwer, sich eindeutig zu positionieren.
Da wir nach der ersten Verkostungsrunde nun einen Eindruck von den Weinen hatten, ging es nun daran, unsere eigene Meinung auf den Prüfstand zu bringen.

10 Weine und 10 Speisen

10 Weine und 10 Speisen

Die Weinplanerin

Die Weinplanerin

 

 

 

 

 

 

Bei 10 Weinen und 10 Gerichten ergeben sich 100 Kombinationsmöglichkeiten.
Zusammen mit vier Cavas und einem Dessert hatten wir 14 Weine und 11 Speisen!
Dies war selbst für geschulte Gaumen an einem Nachmittag in Köln kaum abzubilden. Also fokussierten sich die meisten Teilnehmer auf mögliche Kontrapunkte. Wir erlebten ein Feuerwerk an Aromatik, verbunden mit viel Diskussion und Austausch unter Gleichgesinnten.

Auch wenn ich behaupte, ein großes Gespür und Wissen im Bereich Sensorik von Speise und Wein zu haben, stellten mich manche Gerichte vor ungeahnte Herausforderungen. Süße, Schärfe und Säure oder auch ein starkes Gewürz, vereint in einem Gericht, lassen sich nicht immer mit einem einzigen Wein begleiten. So gab es viel zu entdecken und zu probieren. Toll auch, den Ideen meiner sehr wissenden und fröhlichen Mitstreiter nachzuspüren. Und so ergab sich manch ungeahnte Kombination von Speise und Wein.

Wem die folgende Auflistung von Weinen und Speisen zu ausführlich ist, dem empfehle ich,
beim Abschnitt „10 Weine und 10 Speisen. Meine Favoriten.“ weiter zu lesen.
Dort findet sich eine persönlich geprägte Zusammenfassung mit meinen Weinempfehlungen.

Wein und Speisen

10 wines and 10 dishes

10 wines and 10 dishes

10 wines and 10 dishes

 

 

Hier sind die Weine

Überraschungssieger war Godello aus Valdeorras und die  autochthone Rotweintraube Listán Negro von den Vulkanböden Teneriffas.

Rosado
2017 Enate Rosado

Bodegas Enate- Viñedos y Crianzas del Alto Aragón
D.O.P. Somontano
Rebsorten: 100% Cabernet-Sauvignon
Alkohol: 14%

Himbeere, Erdbeere, Sauerkirsche gefolgt von etwas Marzipan, viel Kräuterwürze, im Nachhall frische Säure.

Die junge Bodega Enate wurde 1992 in der Provinz Huesca gegründet und war sehr schnell sehr erfolgreich. Enate bewirtschaftet inzwischen 450ha. Die Flaschen erhalten jedes Jahr ein neues Künstleretikett. Der Cabernet für den Rosado wird in den frühen Morgenstunden gelesen.

Weiß
2016 Nisia Las Suertes

Bodegas Ordóñez
D.O.P. Rueda
Rebsorten: 100% Verdejo
Alkohol: 14%

12 Monate auf der Hefe in 500-600L Holzfässern

Leichte Zitrusnase, Birne, viel Schmelz, etwas Rauch, breit mit frischer Säure. Zitrusnoten im Nachhall machen den Wein rund.

Die Bodegas Ordóñez sind auch in anderen Gebieten aktiv. Gegründet wurden sie von einem US Importeur, der sich dachte, warum den Wein nicht gleich selbst machen. Die Rebstöcke des Verdejo sind von 1885 und wurzelecht. Das ist ja in Europa eine Seltenheit und auf der Tatsache gegründet, dass sie auf Sandboden stehen.

2016 O Luar do Sil Godello Sobre Lias
Bodega Pago de las Capellanes
D.O.P. Valdeorras
Rebsorten: 100% Godello
Alkohol: 13,5%

Buttertoast, etwas laktisch in der Nase, grünes Gras, Honigmelone, Schmelz, Birne Muskat, gefolgt von Mineral, Rosa Grapefruit. Im Nachhall stoffig, würzig mit sanfter Säure.

Valdeorras gehört zu den kühlen Regionen Spaniens. Godello hat die Eigenschaft, die Böden, auf der sie wurzelt, aufzunehmen. Wir haben es hier mit alten Steinböden zu tun.

2015 Chivite Colección 125
Bodega J. Chivite Family Estates
D.O.P. Navarra
Rebsorten: 100% Chardonnay
Alkohol: 14%

14 Monate auf der Hefe in französischer Eiche

Hefiger Nase,  viel Haselnüsse, Krokant, leichter Firn. Es folgen Buttertoast, Ananas, Rosinen, Ornagenceste. Im Nachhall ausladend, toastig. Sehr breit. Braucht Luft.

Navarra hat sehr fruchtbare Böden und ist in Spanien auch bekannt für seinen Gemüseanbau. Die Familie Chivite gründete bereits 1647 ihr Weingut. 1860 wurde der erste Wein exportiert, zu dessen Gedenken gebar man 125 Jahre später die Colección 125“, welche Weiß, Rosé, Rot und einen Süßwein aus besten Lagen produziert.

 

Rot
2015  Braó Acustic Celler

Bodegas Acústic Celler
D.O.P. Montsant
Rebsorten: 55% Cariñena, 45% Garnacha
Alkohol: 15%

13 Monate in Französischem Barrique

Kühle Nase, Eukalyptus, nasses Laub, Sauerkirsche. Am Gaumen leichte Säure gefolgt von Teer, schwarzem Pfeffer, Graphit.

Die Trauben für diesen Wein werden ertragsbegrenzt auf 15-25 Hl/Ha. Die Rebstöcke sind 60-80 Jahre alt. Auch ein sehr junges Weingut, erste Lese war 2005 und machte die Bodega schlagartig bekannt. Mit Acústic bezieht sich der Weinmacher und Musikliebhaber auf unplugged.

2015 Garmón
Bodegas Garmón Continental
D.O.P. Ribera del Duero
Rebsorten: 100% Tempranillo
Alkohol: 14,5%

Im Stahl vergoren, dann Fassausbau.

Veilchen, Orangenceste, Teer in der Nase. Gefolgt von teer, Süßkirsche, schwarzem Pfeffer. Am Gaumen stoffig, mit Pflaume und Kräutern, Nachhall mit prägenden Tanninen und Nougat. Sehr weich und lang.

Der Ex-Weinmacher von Vega Sicilia, Eduardo Garcia, gilt als der letzte der Generation der jungen Weinmacher. Die Familie Garcia ist allerdings schon sehr lange im Weinbau erfolgreich. Die Weine wachsen in der Nähe von Burgos auf Höhenlagen bis zu 1000m.  Erste Lese in 2014.

2015 Cepas Viejas Mencía
Bodega Dominio de Tares
D.O.P. Bierzo
Rebsorten: 100% Mencía
Alkohol: 14,5%

9 Monate Reife in französischer & amerikanischer Eiche

Nase mit Malt, Garrigue Kräutern, Eukalyptus, etwas gerbig, abgerundet durch leichte Säure und Espressonoten. Im Nachhall lang und frisch.

Das Weingut wurde 2000 gegründet und ist auf die Mencía Traube spezialisiert. Etwas Godello wird noch angebaut. Mencía erlebt ja in den letzten Jahren eine Art Renaissance. Und das zu Recht.

2013 El Ciruelo
Bodega Suerte del Marqués
D.O.P. Valle de Orotova (Tenerife)
Rebsorten: 100% Listán Negro
Alkohol: 14,5%

Ausbau in 500L Eichenholzfässern, unfiltriert

Üppige Nase von Teer, Tabak, Flieder, Pfeffer, kaltem Kaminrauch. Waldbeeren, Zartbitter, Espresso am Gaumen, prägende zarte Tannine, abgerundet mit Cassis und Pflaume. Im Nachhall lang und elegant.

Lisán Negro ist eine Rebsorte, die ursprünglich aus Madeira stammt. Relativ dünnschalig und hell. Sie hat auf Teneriffa sehr schnell ihren Siegeszug angetreten. Das 11ha große biologische Weingut wurde 2006 im Norden der Insel gegründet. Auch Ausbau von sehr interessantem Malvasia. Vulkangestein der Insel gibt Kraft in die Weine.

2014 San Vicente
Bodega Señorío de San Vicente
D.O.Ca. Rioja
Rebsorten: 100% Tempranillo
Alkohol: 14,5%

Ausbau 90% in französischer & 10% in amerikanisher Eiche

Nasse von Teer, Graphit, Cassis, Schwarzkirsche, Nougat, Am Gaumen prägende Tannine, Rumtopf. Sehr lang, elegant. Ein Klassiker.

“Autorenwein” der Familie Eguren, welche weitere Weingüter in der Rioja besitzt.
Der Klon der Traube ist sehr alt und heißt „Tempranillo Perludo“. Die Trauben haben kleine Häärchen.

Sherry
Oloroso Solera 1842 VOS
Bodega Valdespino
D.O.P. Jeréz
Rebsorten: 92% Palomino Fino, 8% Pedro Ximenez
Alkohol: 21%

20 Jahre Reife, die Hälfte davon als Blend.

Rauchig, nussig mit kandierten Orangen, etwas Nougat, angenehme Restsüße. Mild.

Die Bodega Valdespino ist die älteste Bodega Jerez‘ und war Hoflieferant für den König.
Sie arbeitet heute noch sehr traditionell.

Cava
011 Llopart Gran Reserva Leopardi

Bodega Cavas Llopart
D.O.P. Cava
Rebsorten: 40% Mavabeo, 40% Xarel.lo, 10% Parellada, 10% Chardonnay
Alkohol: 12%

2g Restzucker, 6g Säure / L
48 Monate auf der Hefe, degorgiert 2018

Nase von Litschi, Kumquats, grünem Apfel, leicht nussige Noten, sehr feine anhaltende Perlage, im Nachhall leicht zitrisch lang und ausgewogen.

Das Gut existiert seit 1887. Leopardi war der Name des Gründervaters. Ihm zu Ehren die Selektion. Er hatte auch das Etikett erfunden. Weinberge im Pénedes.

2014 Vintage Gran Reserva Brut
Bodega Pere Ventura
D.O.P. Cava
Rebsorten: 60% Xarl.lo, 40% Chardonnay
Alkohol: 12%

4,5g Restzucker/ L
42 Monate auf der Hefe

Hefenase, leicht mineralisch und kühl, kräftige Perlage, nussige Noten, gelber Apfel, Toastbrot. Langer Nachhall mit gereiften Noten.

Pere Ventura gründete sein erstes Weingut 1992 nördlich von Barcelona. Sein Urgroßvater war an der Entstehung der Cava Herstellung beteiligt. Inzwischen besitzt das Familienunternehmen Can Bas im Penedés und Merum Priorati im Priorat. Tolle Flaschenform!

2008 Freixenet Cuvée D.S.
Grupo Freixenet
D.O.P. Cava
Rebsorten: Xarel.lo, Macabeo, Parellada
Alkohol: 12%

Benannt nach Dolores Sala, der Frau des Gründers.

Birne, reifer Apfel, gefolgt von zitrischen Noten, leicht hefig, Brioche, kräutrig.
Er bleibt hinter den ersten beiden Cavas in einer einfachen Struktur etwas zurück.

Beim Freixenet entfachte eine heftige Diskussion. Denn Freixenet ruiniert ja systematisch seinen Ruf durch Billigprodukte im LEH. Yvonne Heistermann argumentierte, dass man hier sehen könne, welche Qualität die Bodega besitzt trotz ihrer Billig Schaumweine. Die Händler an unserem Tisch waren einhellig der Meinung, dass man einen ruinierten Ruf an Endverbraucher nicht verkaufen könne, selbst wenn der Cava in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis steht. Ich war der Meinung, dass klare Empfehlung oder auch Probeschlucke von Seiten Händlers oder Gastronom durchaus zur Aufwertung eines Produktes beitragen können.

2016 Cava Sumarroca Brut Rosé
Bodegas Sumarroca
D.O.P. Cava
Rebsorten: 100% Pinot Noir
Alkohol: 12%

Rauchige Nase, Sauerkirsche, Erdbeere, sehr feine Perlage. Im Nachhall etwas beerig. Sehr zart. Leichte Restsüße.

Das Weingut umfasst 400ha mit 3 Weingütern. Die Familie investiert auch in Forschung und Entwicklung. Pinot Noir ist erst seit kurzem für die Cava Produktion zugelassen.

 

Es folgen die Speisen in ihren Facetten.

Es wird auf die Weine nur dort verwiesen, wo sie nicht später in den Favoriten vorkommen.

Gegrillte Aubergine mit Sesam und Zitronensorbet
Shiso Kresse als nussige Komponente, Sesamschaum, Miso- Mayonnaise.

Staudensellerie mit Ziegenfrischkäse und Grapefruit
Sud von Ziegenfrischkäse, Rosa Grapefruit und als Aromen Träger roher Staudensellerie.


Thunfisch mit Ananas und geräucherten Gurken

Thunfisch geht etwas unter hinter einer Scheibe Rauchlachs, die Gurke als gehobelter Streifen gibt Charakter, Ananas und frittierte Krabben von allerfeinster Konsistenz toppen dieses Gericht.
Für die Weinbegleitung empfehlen sich eher leichte Weine, Rosado oder Verdejo.

 

 

Kalbskopf mit Hummerschaum und Blumenkohl
Fleisch in Brotkruste mit sensationellem Aromenspiel des roten Blumenkohls und Senfsaat.
Absolutes Highlight des Tages!


Ente mit schwarzem Knoblauch, Mango und Erbsen

Schwarzer Knoblauch wurde hergestellt durch dreiwöchiges Dämpfen von Knoblauch in einem Reiskocher. Der Knoblauch wurde in einer leichten Sauce verarbeitet und gab Schärfe zu dem Gericht. Gut zu leicht kühlen gerbigen Rotweinen wie Mencía oder Ribera del Duero.

 

 

Burrata mit grünen Tomaten, frischem Koriander und geröstetem Samen
Koriandersamen und Koriandergrün bringen Geschmack und Haptik in die milde Burrata.
Verdejo und Godello begleiten hier gut.

Manchego Praline mit altem Balsamico und bitteren Kräutern
Leider konnte ich dieses Gericht nicht probieren, denn ich hatte mich am Gang davor aufgehalten. So gab es keine Praline mehr. Das ist schade, denn ich hätte das Gericht so gerne mit dem Oloroso, dem Garmón (Ribera del Duero), ebenso dem San Vicente (Rioja) probiert.


Pulpo mit schwarzen Oliven und Estragon

Frisches weiches Fleisch auf würziger Salsa mit süßlichen Komponenten.


Ochsenschwanzpraline mit Ingwer und Karotten
Leicht rustikal frittiert. Die in Ingwer eingelegte Möhre ist sehr säurehaltig, das macht es schwer.Listán Negro aus Teneriffa schafft den Spagat.

 

 

 

Hirschtatar mit Walnüssen und eingelegten Äpfeln
Butterzartes Tatar mit ausgewogenen Kontrapunkten.


Fenchelsorbet mit Brombeeren

Brombeeren, in Hälften geschnitten, sind etwas hart gegen das ausgezeichnet schmackhafte Sorbet.
Hier pairen die Cavas  Freixenet Cuvée D.S. und Llopart Gran Reserva Leopardi.

 

 

 

10 Weine und 10 Speisen. Meine Favoriten.

Großartige Speisen. Mit enorm vielen Details. Vortrefflich angerichtet. Die Küche hatte auch ein besonderes Augenmerk auf die Unterschiedlichkeit im Haptischen. Für mich wäre manchmal eine Komponente weniger auch gelungen gewesen. Für die Weine braucht es Konzentrierung auf einzelne Aromen, die sich dann spiegeln oder in Kontrapunkte setzten lassen.
Doch das ist meine subjektive Meinung zu einer Veranstaltung auf höchstem Niveau.

Gegrillte Aubergine

Hier gab es viel zu entdecken. Die Aubergine war gehäutet und zerfloss beinahe. Sie war gebetet auf eine Art Sesam Schaum und  wurde unterstützt von Miso-Mayonnaise und Shiso-Kresse, was dem Gericht einen nussigen Charakter verlieh. Das Zitronensorbet brachte Frische.

Weinempfehlung
Enate Rosado , O Luar do Sil Godello Sobre Lias (Godello)

 

Staudensellerie
Das Gericht gestaltete sich als leichter Sud aus Ziegenfrischkäse, darin kleinstgeschnittene Stücke von rohem Staudensellerie mit Filets von Rosa Grapefruit. Der Staudensellerie übernahm kurzzeitig die Führung im Geschmack, wurde aber von Grapefruit und Ziegenfrischkäse Sud sehr schön ummantelt.
Ein raffiniertes Gericht bei scheinbarer Einfachheit.

Weinempfehlung
Chivite Colección 125 (Chardonnay), Braó Acustic Celler (Cuvée Montsant)

 

Kalbskopf
Meine größte Überraschung war der Kalbskopf. Denn dieser kam in einem Mantel aus Gewürzbrot mit rotem Blumenkohl, der fast roh war und einen tollen Kontrast zum Fleisch bildete. Senfsaat bildete eine zusätzliche leicht würzige Note. Die Hummersauce war ein Gedicht und setzte mit ihrer leicht bitteren Note wiederum Akzente zum knusprigen Brot. Sensationell.

Weinempfehlung
Cepas Viejas Mencía, San Vicente (Rioja)

 

Pulpo

Weiches Fleisch, ganz frisch. Hervorzuheben hier eine Salsa aus Zwiebeln, frittiertem Gemüse, Knoblauch. Sie war sämig und sehr schmackhaft und ummantelte mit den Oliven das Meerestier.
Der Estragon gibt süßliche Noten und lässt eine breite Weinauswahl zu.

Weinempfehlung
Cava Vintage Gran Reserva Brut, Braó Acustic Celler (Cuvée Montsant)

 

Hirschtatar
Die butterzarte Konsistenz des Tatar war sensationell. Er verging fast auf der Zunge. Selten habe ich Wild in solcher Präzision gegessen. Die Walnüsse bildeten einen schönen haptischen Kontrast und das feine unaufdringliche Apfelaroma rundete mit einer gekochten Schalotte das Gericht aufs Vortrefflichste.

Weinempfehlung
Cepas Viejas Mencía, El Ciruelo (Listán Negro, Tenerife)

 

 

EinfachWein WeinblogIch danke den Machern für diese Idee und ihre aufwändige perfekte Umsetzung.

Die Weine bewegten sich in einem Durchschnitts Endverbraucher Preis von 18-25 Euro.
Da die ICEX/Wein aus Spanien eine große Bandbreite spanischer Weine vorstellen möchte, gab es Weine aus unterschiedlichsten Gebieten. Ebenso namhafte Weingüter gleichrangig mit kleinen oder auch jungen Bodegas.

10 Weine und 10 Speisen.
Ein rundum gelungenes, lehrreiches, genüssliches Event.

 

Links zu den Ausrichtern
Das Event 10 wines and 10 dishes fand statt am Montag, 17.09.2018

10 wines and 10 dishes
Wein aus Spanien
Yvonne Heistermann
Rolling Taste
ff.k Public Relations
The New Yorker Loft

 

Die WeinPlanerin. Wein und Speise. Korrespondierend oder Konträr.

 

 

2 Kommentare zu “10 wines and 10 dishes

  1. Zehn Weine aus Spanien und die dazu passenden Gerichte, lecker betreut und erklärt von Yvonne Heistermann und Moritz Crone-Rawe. Perfekte Kombinationen, aufgetischt von der kundigen Weinplanerin Gassert in EinfachWein, deren Blog immer mehr zu einem Event des Monats gerät.

    • Na aufgetischt haben ja die anderen. Ich war nur die Dokumentatorin des Ganzen.
      Allerdings mit hohem Genuß und viel Erkenntnis.

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