Zusammenfassung. Weinrallye #95. Wein&Speise

Wein&Speise

Totgesagte leben länger!
Nach der letzten spärlichen Teilnahme trotz spannenden Themas floss  diesmal ein Beitrags Regen aus allerlei Federn.
Wir haben zwei Neulinge zu begrüßen. Sehr schön.
Es ist mir eine Freude, die Übersicht zu präsentieren.
Oder anders gesagt: uff, wie schreibt sich das jetzt alles sinnvoll zusammen…

 

Den Anfang macht Newcomer Leo Loosen im Weinforum.
Er beschwört die Weinschaumcreme aus Kindertagen, die seine Großmutter stets aus den herumstehenden Rieslingresten zubereitet hat. Sein Foodpairing beschreibt er als eine Art Krimi, findet sich die perfekte Passung im unbekannten Verdächtigen oder auch in einem Gewürz-Störenfried?

Dicht gefolgt wird dieser Beitrag von Thomas Günthers Erinnerung an den Elsässer Weinstand beim letzten vinocamp. Dort gabe es Weine mit passenden Gewürzgimicks. Auf  seinem Blog Weinverkostungen kocht er sich durch fruchtige Hühnerbrust mit Mangokern und serviert dazu einen Pinot Gris, der sich vom stoffigen Kandidaten zum frischen Wein wandelt. Nicht ohne abschließend die Frage zu stellen, wie es andere Blogger schaffen, das Essen trotz Fotosession warm auf den Tisch zu bekommen.

Felix Bodmann beschreibt auf Schnutentunker einen Spätburgunder, der im Stile eines Riesling Kabinett vinifiziert wurde. Dieses ist eines der Experimente der Weinentdeckungsgesellschaft und es ließe sich nun über den Erkenntisgewinn dieses Weines viel schreiben. Spannend ist, dass der Wein trotz Leichtigkeit unbedingt Speise braucht und wie unterschiedlich die Wahl seines pairings ausfällt.
Persönliche Anmerkung: danke Felix für die netten Einleitungsworte!

Verlässlich wie immer ist die Teilnahme von Peter Züllig, der auf seinem Blog Sammlerfreak von seiner Erfahrung mit klugen Büchern berichtet und der entsetzlichen Erkenntnis, dass ihm als Bordeaux Liebhaber viele Speisenkombinationen nahezu verwehrt werden. Ganz zu schweigen von Raclette und Rotwein. Nach weiteren vergeblichen Erkenntnisversuchen einschließlich eines weinbegleitenden Gourmetmenüs, hat Peter sich darauf verlegt, zu kochen, was ihm Spass macht und der persönlichen Inspiration bei der Weinauswahl zu folgen.

Das Thema Käse hat auch Stefan Schwytz gefesselt. Trotz Rücken und einem kurzen sidekick zu Weinpairing mit Ibu Tropfen diesmal überpünktlich (darf hier mal lobend erwähnt werden grins) widmet er sich auf Baccantus dem Käse und weniger bekannten aber enorm passenden und natürlich weißen Tropfen. Lest selbst sein Loblied auf Vine Jaune und allen voran Savagnin – zu Unrecht viel zu wenig beachtete Weine des Jura.

Aus dramaturgischen Gründen verlassen wir die Reihenfolge der eintrudelnden Beiträge, denn auch Susanne’s Credo der sieben Pairing Punkte umfasst  ausgiebig (Punkt fünf bis sieben) das Thema: kein Rotwein zum Käse. Dies nur am Rande wie einige andere erheiternde Seitenhiebe auf eingefahrene Meinungen. Der Beitrag von Hundertachtzig Grad ist eine aufwändige liebevolle Abhandlung über die Entstehung eines Zitronenperlhuhns frei nach Tim Mälzer und des basisdemokratischen Pairings mithilfe von Herrn susa’s Kellerbuch.

Thomas Lippert meldet sich nach Urzeiten zu Wort, was hier erfreut festgehalten wird. Auf 25cl beschreibt er ein Menü beim Winzer Christoph Hammel, das ihn nach kurzer Zeit dazu bringt, Vorurteile, Regeln und Spucknapf unter den Tisch zu kehren. Eine Liebeserklärung und eine fantastische Beschreibung von Harmonie in Wein und Speise.

Cordula Eich holt uns auf SuperShoppen blitzartig wieder herunter von der euphorischen Schwelgerei.
Sie widmet sich dem Wein als Beziehungskiste begonnen mit der „Liebe auf den ersten Blick“  mündend in gähnender Unerotik von „Wollsocken im Bett“. Sie fliegt mit uns durch Speeddating und erklärt die aussichtsreichsten Flirts eines Rotweins im Netz. Und um im Bild zu bleiben plädiert sie für die Wahl des persönlichen Geschmacks. Abenteuer eingeschlossen.

Mein eigener Beitrag widmet sich der spannenden Frage, wie konträre Weine Essen verändern. Und natürlich kommt bei mir niemand umhin, zu lesen, dass es viel Wissen, Erfahrung und gute Berater braucht.

Als Nachzüglerin stellt sich Petra Pahlings beim Weinkaiser die Frage, warum restsüße Moselweine so sehr in einer Nische sind und ständig mit Zuckerwasser gleichgesetzt werden. Sie bricht eine Lanze für die Weine, deren Säuregehält sehr oft die Süße stützt. Und sie holt den restüßen Moselriesling endlich heraus aus seiner Nische, indem sie ihn zum dry aged Steak serviert.

Den Abschluss der Rallye macht unser zweiter newcomer. Erik Theissen beklagt auf ETs Weinblog manche Weinbeschreibungen als  zu detailliert oder ihm selbst zu fern, so dass sie ihn vom Weinkauf abhalten. Um dann  einzuräumen, dass es manchmal Weine gibt, die ihn anspringen. Und er verführt uns zu einer gelungen Kobination von mit Munster und Speck gratinierter Kartoffel zum jungen Gewürztraminer aus dem Markgräflerland.

 

Wein&Speise
Fazit

Schöne Kontroverse witzige Beiträge kamen hier zusammen. Manch einer ist mal wieder Literaturpreis verdächtig.
Schade, dass der Kalender der Weinrallye 2016 noch immer so leer ist. Anhand der heutigen Rallye gab es ungeahnte Themenvorlagen, die ausbaubar wären. Leute haut in Eure Tasten!

Das Zusammenspiel von Speise & Wein ist meine Passion.

Die Weinrallye ist ein derzeit monatlich stattfindendes Blogevent. Jeweils ein anderer Blog bestimmt ein Thema und ruft die Blogosphäre dazu auf, zu diesem Thema einen Artikel zu verfassen. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Auch bei den Kollegen vom Weinforum kann man seine Beiträge einstellen.

 

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