Cleveland trifft Menfi. Ein Song und ein Wein.

Zugegeben, ich mag aktuelle Songs. Auch wenn sie kommen und gehen.
Manchmal ist es auch so beim Wein. Ich habe zeitweise Lieblinge.
Andere Songs und Weine sind jedoch von dauerhafter Schönheit.

 

Your Picture Welshly ArmsEs gibt einen derzeit angesagten Song, der mir nicht legendär genug ist.
Doch ich bin über diesen Song zur Band dahinter gelangt.
Diese hat in ihrer fünfjährigen Vergangenheit einige schöne Lieder geschrieben. Oftmals als Filmmusiken.
Sie singen von der Liebe und dem Leben. Der Unerreichbarkeit und den Träumen.
Natürlich ist das auch nicht neu. Aber sie verpacken es gut.

 

Ihre Musik spannt einen großen Bogen von Blues zu Rock, mal leise und sanft, mal laut mit einigen schönen Gitarrenriffs. Sie gehören eher zum Rock als zu den Singern dieser Zeit.

Ein Auftritt bei „Rock am Ring“ aus diesem Jahr zeigt eine vier Mann Band,
mit Lebenswut und Spiellaune. Interessant besetzt mit einem Keyboard, das sehr präsent ist und auch Teile des Gitarrenparts übernimmt, denn der Gitarrist ist auch der Lead Sänger der Band.

 

Your Picture von Welshly Arms

erzählt von einer kurzen Zufallsbegegnung, einem Aufflackern und dem Zerfall der Träume.
Ein One Night Stand und die Frau verschwindet.
Es KANN nur Weißwein sein. Eine Diva für besondere Anlässe.

Der Mann projiziert das Foto der Angebeteten an die Wand.
Um einseitige Telefonate zu führen.
Sie hat inzwischen die Stadt verlassen.
Und sie ist nicht bereit, zu antworten. Ihr Leben ist ein anderes.
Bis er das begreift, sind viele Liedzeilen vergangen.
Er leidet, weil er nicht der einzige ist.
Er leidet an ihrer Herzlosigkeit.
Und singt sich in Rage.
Aus Trauer darüber, dass seine Sehnsucht nicht anerkannt wird.
Er wird das Bild abhängen. Dem er so sehr vertraut.
Und Pfeile des Nichtachtens verschleudern.
Wohin, bleibt die Frage der Musik.
Auf das Bild?

Der Text nutzt teilweise antike englische Worte, die sprachlich malen.
Das macht ihn sehr charmant.

Und das alles in rockiger Manier und in Form einer Ballade
mit vielen Sehnsuchtstönen.
Ein Lied, das nach einem schönen Glas Wein schreit.

 

Der Wein zum Song

Nehmen wir eine Diva, zu der ich gerne zurückkehre.
Weil sie aus einer Traube ist, die nicht zu den Großen dieser Welt gehört und doch von eigenem Stolz ist. Eine Traube, die nur in Kampanien, Apulien und Sizilien zuhause ist. Und bei entsprechendem Ausbau ausdrucksstark und alterungsfähig ist. Hier ist Fiano aus der Hand des Dreigestirns Alessio, Santi und Francesca Planeta.

 

2016 Cometa
Sicilia Menfi DOC
Fiano
Planeta, Sizilien

Der Wein ist zu 100% im Edelstahl ausgebaut.

In der Nase Aromen von Ananas, Mandarine, Reifem Pfirsich, Meersalz, Minze, Blumenwiese, Lindenblüten, Orangenceste, etwas Nüsse.

Am Gaumen frisch mit Mineral und sanfter Säure. Zu Beginn leicht verschlossen.
Öffnet sich dann mit Noten von Litschi, Pfirsich, Tabak in opulenter Mundfülle.
Leichter Schmelz folgt mit viel Pfirsich,Majoran, Minze, Nüssen.

Im Nachhall große Länge und Kraft, viel Frucht und Schmelz,  sehr klar, üppig,
verbunden mit perfekt eingebundener Säure.

Ein Wein mit enormer Länge, der Zeit und Luft braucht.
Und beständig bleibt.
Im Gegensatz zum Thema des Songs.

Wunderbarer Speisenbegleiter zu
Steinbutt mit Sauce Rouille, Jungen Speckbohnen, Macaire Kartoffeln.
Duett von Lotte und Garnelen, gebackener Rucola, Tomaten-Stampfkartoffeln.
Curry vom Huhn mit Ananas, grünen Bohnen, Limette, Thaibasilikum, Wildreis.

 

Die Cousins Planeta haben in den 90er Jahren begonnen, aus altem Familienerbe einen Großbetrieb zu entwickeln. Vier Produktionsstätten hat das Weingut inzwischen auf der Insel.
Es ist erstaunlich, welch Qualität trotz Größe hier entstanden ist.

 

Your Picture Welshly Arms

 

Gefunden im internet      € 22,90

 

Hier geht’s zum Song

 

 

 

 

Die WeinPlanerin. Wein und Speise. Korrespondierend oder Konträr.

4 Kommentare zu “Cleveland trifft Menfi. Ein Song und ein Wein.

  1. Mir scheint, der Gitarrist spielt eine schöne Gibson – und das ist gut so.
    Und für die Zuneigung zu einem feinen Fiano braucht sich niemand zu entschuldigen – allerhöchstens die, die ihm bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt haben, weil sie immer noch Chardonnay für den Gipfel der (oft vanilligen) Weinweisheit halten!

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